Freitag, 11. Dezember 2015

FTB Exkursionen 2. Halbj. 2015 Rückblick // Schwielowsee bis Liebenberg

Bevor es morgen zum Vorweihnachtsspaziergang geht, gilt es noch die Exkursionen der Freien Berliner Teckel nachzutragen. Die Verantwortung für diese Verspätung trägt allein der Verfasser. 

Wenn es - wie jetzt zur aktuellen Jahreszeit -  gegen vier, halb fünf am Nachmittag dunkel ist, nachdem es bis dahin erst gar nicht  richtig hell geworden ist, fällt es schwer sich vorzustellen, daß wir bei unserem Ausflug am

Sonnabend, den 1. August 2015 zum Schwielowsee  

das Glück zu schätzen wußten, das wir hatten indem wir einen der kühleren Tage erwischt hatten mit strahlendem Sonnenschein den ganzen Tag, aber erträglichen Temperaturen von unter 30 Grad. Denn auch die Teckel sind nicht grad hitzeaffin. Und wir steckten in einer veritablen Hitzewelle.

Treffpunkt war in Ferch gegenüber der alten Fischerkirche. Kaum gelingts mir auf dem Weg dorthin, auch wenn ich nur an der Autobahnausfahrt 'Ferch' vorbeikomme, nicht dran zu denken:  
Wir fahr'n nach Potsdam, nach Werder, nach Ferch.
Es fragt sich bloß, wie komm'n w'r mit Miezen übern Berch.

Wir also mit den F-Teckeln-B runter zur Promenade am Schwielowsee. Bei solch einem Wetter zeigt sich dieser einladend-ausufernde Brandenburger See von seiner imposantesten, von seiner mediterranen Seite. Und das sollte noch beeindruckender kommen. 
Wir waren mit unseren Teckeln wahrlich nicht die einzigen Promenierer an diesem Hochsommertag, doch alle waren gut gelaunt und ließen einander auch an Engstellen mit Zuvorkommenheit passieren. Das galt hier sogar für Radfahrer.
Nach einem kurzen Stück auf der Straße nach Petzow wurde es hinter Locknitz etwas ruhiger und schattiger, dort wo das Ufer des Sees bewaldet ist. 


 
Eintritt in den Schloßpark von Petzow. Gang rund um den Haussee, und trotz kühler sieben-, achtundzwanzig Grad Aufsuchen von Schattenplätzen.  Auch die Hunde müssen verschnaufen. 
Petzow mit seinem von Schinkel entworfenen Herrenhaus in einer tatsächlich für Brandenburg eher befremdlichen Mischung exotischer Baustile (maurisch, Tudor). 



Das Schloß war jedoch grad eingerüstet.  Der von Lenné entworfene Park, wie jeder Lenné Park immer wieder ein Labsal. Jede Landschaft wird durch Lenné noch weiträumiger und variantenreicher. Ich bin mir nicht sicher, ob unsere Teckel das auch so schätzten oder ob ihnen nicht einfach nur warm war. Ich bin mir selbst grad nicht sicher, ob ich nicht auch vor allem schattenbedürftig war - aber nein, allein die Ansicht vom Park war erfrischend.




Ein zweites Zentrum von Petzow, die Schinkelkirche mit Turm. Es war ein echte Willenleistung, die enge Wendeltreppe da hoch zu steigen und sich zum Schluß von der Stiege auf die Aussichtsplattform zu hieven. Ich dachte nur, runter wird noch ein Problem. Aber was für ein Blick . Alleine der hätte jegliche Mühe gelohnt. Umringt von sonnenüberflutet funkelnden Schwielow- und Glindower See. Leider gibts keine Bilder, denn die Fotografen waren als schon erfahrene Türmer unten geblieben, um auf die Teckel aufzupassen.


Schön, daß Annette das vorab so organisiert hatte, daß wir nur mehr zur Anlegestelle der Fahrgastschifffahrt laufen mußten, unterwegs kurz Eis fassen konnten, auch für die Teckel (zumindest einige), um das nächste Schiff nach Ferch zurück zu entern. Unsere Teckelgruppe verursachte durhaus einiges Aufsehen auf dem Schiff, bevor alle ihr Gesicht bzw. ihre Schnauzen in den Fahrtwind streckten. Wieder angelandet, wurden auf dem Parkplatz die Picknickutensilien rausgeholt und das Ende einer spektakulären Teckelexkursion begossen.



Nicht minder spektakulär, wenn auch in gänzlich anderer Weise, sollte der nächste Ausflug werden am

Sonnabend, den 17. Oktober 2015 um den Riebener See.

Der Riebener See gehört zum Naturpark Nuthe-Nieplitz und liegt südöstlich von Beelitz. Gut erreichbar von Michendorf aus über die L 73 kam man zu dieser Jahreszeit durch Kürbisland. In den gepflegten Dörfern wie Zauchwitz, Stücken und dann Rieben Kürbisse über Kürbisse. Auf den Feldern wie auf Ständen am Straßenrand, zusammen mit Walnüssen und anderem Saisongemüse und -obst. Lohnend.  

Es war einer dieser ruhigen Herbsttage: nicht kalt, nicht warm; es regnete nicht und es stürmte nicht; war weder sonnig noch düster-dunkel. Der Weg paßte sich wunderbar an. Genau die richtige Ruhe ausstrahlende Landschaft, wie für dieses Wetter geschaffen.  Sehr ebenmäßig wand er sich durch den Wald. Die Teckel hatten gut zu schnüffeln. Wir begegneten nur sehr wenig anderen Wanderern. 

Magda ließ sich faszinieren von einem Fliegenpilz am Wegesrand. Debattiert wurde über die Giftigkeit oder nicht-Schädlichkeit des Pilzes. Vielleicht passierte es deshalb, daß sich über der Debatte die Gruppe unbemerkt geteilt haben mußte. Dazu sei gesagt, daß der Weg um den See nicht unmittelbar am  See entlangführt, sondern in einigem Abstand von diesem durch unterschiedlich gestaltete Landschaftsbereiche geht. An einer Stelle geht es  direkt zum See, nämlich zu einem in den See führenden Steg, von dem aus Vogelbeobachtungen möglich sind. Dahin hatte ein Teil der Gruppe den Abzweig genommen, während der andere Teil den Rundweg weiter gelaufen. Das Hinweisschild auf den  Beobachtungssteg war wirklich etwas versteckt. Narürlich wurde beschlossen, den Weg noch einmal zurück zu gehen, sodaß alle einmal am See gewesen sein würden.

Die so verlängerte Strecke machte sich dann irgendwann doch in den Beinen oder dem Rücken bemerkbar. Die Teckel waren auch merklich ruhiger geworden. Eine Auffrischung käme jetzt gut. Wir hatten auch die Riebener Landstraße schon erreicht, noch ein Stück zum Ausgangspunkt, um zu beschließen, weder zu picknicken (dazu war es dann doch schon etwas zu herbstlich), noch das örtliche Gasthaus zu versuchen, sondern zu einem echten Hotspot zu fahren. Ein paar Kilometer nur gen Osten zum Tower Restaurant am Flughafen Schönhagen. 
Die Teckel blieben teilweise, zufrieden ihre Ruhe zu haben, in den Autos; wir Menschen stärkten uns verdientermaßen mit wasimmer jeder wollte. Ein echter Geheimtipp von Helmut. 

Als nächstes Herbstevent stand natürlich der Hubertustag an: Deshalb ging es am 

Sonnabend, den 7. November 2015 nach Schenkendorf zur Hubertus-Messe.

Um genau zu sein, betraf das den Schluß unser Exkursion. Es begann nämlich erst einmal mit Start in Schenkendorf mit einer zünftigen Wanderung über und durch die Mittenwalder Feldmark. Hier hatte man die ganze Weite, vielleicht auch Verlassenheit einer Brandenburger Luchlandschaft vor sich. Man weiß nicht immer genau, was und ob auf diesen und jenem Feld angebaut wird; unter den Füßen scheint es hie und da auch mal nachzugeben. 
Die Teckel orten in der Ferne Rehwild. Werden vorsichtshalber geschnallt. Wir wollen ja noch zur Hubertusmesse. Zweimal kreuzen wir die Autobahn A 13. Die Hälfte des Weges gehts am Nottekanal entlang. Dazu setzte, jahreszeitlich nicht ganz überraschend, etwas Nieselregen ein. 

Der Nottekanal hat etwas von einem verwunschenen Gewässer an sich. Erst wenn man ganz genau hinsieht, sieht man, daß sich das Wasser bewegt, fließt. Es ist nämlich im eigentlichen Sinne gar kein Kanal sondern ein Fluß, die Notte. Die allerdings schon seit dem 16. Jahrhundert schiffbar gemacht worden war, deshalb ihre kanalhafte Erscheinung. Die Ufer sind jedoch stark bewachsen von Bäumen, Sträuchern, was das Verwunschene zusammen mit dem scheinbar stehenden Wasser ausmacht. 

Ein schöner, allerdings nicht sehr breiter Weg  führt am Nottekanal (so heißt es offiziell) entlang.  Als uns ein älteres Ehepaar auf dem Fahrrad begegnet, der Mann tatsächlich halten muß wegen eines unserer freilaufenden Teckel, und er sich zu der Äußerung hinreißt, daß er beim nächsten Mal drüber fahren würde, fehlt nicht allzuviel, daß es zu Tätlichkeiten gekommen wäre. Aber es bleibt knapp bei Verbalinjurien. 

Der Rest der Strecke verlief ohne Zwischenfälle, machte sich dann aber beim Einen oder Anderen in den Beinen bemerkbar. Zum Schluß noch ein kurzer Schlenker am Schenkendorfer Schloß vorbei, das auch mal einem Nachfahren des Grafen Dracula gehört hatte, - und so auch aussah, soweit man das überhaupt sehen konnte. 

Die Teckel wurden müde in die Autos gesetzt, während die Menschen sich auf die Bänke der kleinen und rappelvollen Schenkendorfer Kirche zwängten. Ja, es war eine schöne Messe: abwechselnd getragen vom Bläserchor und dem Pfarrer, und auch wir konnten singen, wenn wir wollten. Es standen Kirchenevergreens an.

Morgen, vor dem 3. Advent gehts auf den Weihnachtsmarkt. Aber vorher natürlich erst noch ein Gang mit den Teckeln, und zwar nach ...

P.S. Der Fliegenpilz ist zwar giftig, aber nicht tödlich, zumindest erst in ziemlich hoher Dosis. Vergleichbar mit Alkohol. Nur die Wirkungen sind etwas andersgeartet. Unter Umständen, mit bestimmten Vorkehrungen, ist er sogar eßbar.

[weitere Bilder folgen]


Einen Nachtrag muß es noch geben: Wir würden mit den FTB morgen,

Sonnabend, den 12.12.2015  bei Schloß Liebenberg 

einen ausgedehnten und sehr schönen Gang vorbei am Weißen See bis zum Großen Lankesee und zurück gemacht haben. Bei ruhigem Winterwetter um den Gefrierpunkt waren wir ordentlich bereit für einen Aufwärmer. Unter anderem dafür war vorgesehen, uns erst den Liebenberger Weihnachtsmarkt und dann uns selbst etwas Wärmendes zu Gemüte zu führen. 
Schade nur eben, daß der Markt, so anheimelnd wie anregend, sich unterdessen zu einem derartigen Erfolg gemausert hatte, daß einfachsten Bestellungen erst einmal ein Bad in der Menge vorauszugehen hatte.

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